Schnipsel
veröffentlicht am: 24. Mai 2020
verfasst von: Daniel

Anji Play – Selbstreflexion mit Smartphone-Hilfe

Mund zu, Augen auf und PLAY. Das freie Spiel ist das Wichtigste. Und der Play-Button für die Video-Aufzeichnung. Mit all ihrer Aufmerksamkeit und mit dem Smartphone beobachten die Erzieherinnen und Erzieher die Kinder. Und reflektieren dann gemeinsam ihr Spiel-Erlebnis.

ähnlicher Artikel

Wahrnehmen mit dem Herzen - Anji Play

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzerklärung

True Play: der Fokus im Anji Play

Anji Play ist eine Erziehungs-Methode, die ihren Ursprung im ländlichen Westen Chinas. Die Kern-Idee ist genial. Spielt das Kind aus sich heraus (true play), heißt es für die Erzieherinnen und Erzieher:

„Hände runter, Münder zu, Ohren und Augen auf um das Kind zu hören und zu sehen.“

(Coffino & Bailey S.6).

Und oft auch: Smartphone raus. Denn die Beobachtung wird durch Bilder und Videos ergänzt.

Play Sharing: die geniale Methode des Anji Play

Der Reflexion wird im Anji Play besondere Zeit gewidmet, sogenannte „play sharing“ sessions. Gemeinsam mit dem Kind werden die Aufzeichnungen angeschaut, das Kind wird gebeten, sein Erlebnis zu beschreiben.

„Die Kinder reflektieren mit Selbstbewusstsein und Klarheit ihr komplexes Problemlöse-Verhalten, ihr Entdecken und ihre Einsicht, ihre Konfliktlösungen und ihr soziales Verhandeln in ihrem eigenen Spiel. […] Dieses „play sharing“ verlangt nur sehr wenig aktive Führung von den Erzieherinnen und Erziehern, verlangt stattdessen Aufmerksamkeit für die Richtung, in die die Gedanken und Äußerungen des Kindes gehen […].“

(ebd., S. 6-7)

Was bedeutet das für uns als Erzieherinnen und Erzieher?

Dass Videos und Bilder vom Spiel der Kinder große Entwicklungsmöglichkeiten entfalten können. Zu bedenken ist, dass das Bewusstsein der Kinder, dass sie aufgenommen werden, ihr Verhalten beeinflussen wird. Und dass Datenschutzrechte aller Beteiligten diskutiert und respektiert werden müssen.

Die größte je durchgeführte Studie über Einflussgrößen auf den Lernerfolg (John Hattie, 2008) gewichtet 252 Faktoren, die für Lernen wichtig sind (zwar bezogen auf die Schule, aber natürlich in teilen Kita-Kinder übertragbar). Darunter taktile Stimulation, Geburtsgewicht und Nichtetikettierung von Lernenden. Der stärkste Einflussfaktor jedoch war: „Selbsteinschätzung“.

Anji Play zeigt eine Möglichkeit, die Kinder in ihrer Fähigkeit zur Selbsteinschätzung, zur Reflexion und zur Steuerung des eigenen Lernens zu unterstützen.

 

Quellen:

Robert Coffino, J.; Bailey, C.: „The Anji Play Ecology of Early Learning“, Januar/Februar 2019, eigene Übersetzungen, auch im Internet: http://online.fliphtml5.com/ohmg/qdxm/#p=5.

Visible Learnung, https://visible-learning.org/de/hattie-rangliste-einflussgroessen-effekte-lernerfolg/, Aufruf: 23.05.2020.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzerklärung

Fachtexte lesen ist schon mal gut.